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Arbeitswelt im Wandel: So gewinnt die Immobilienwirtschaft neue Talente

Die Immobilienwirtschaft bietet Menschen mit verschiedensten Berufen und Kenntnissen attraktive Jobs. Doch wie viele Branchen leidet auch sie unter dem Fachkräftemangel – und beschreitet deshalb neue Wege, Beschäftigte zu gewinnen.

    

Wer ein neues Heim sucht, beauftragt einen Makler. Wer ein technisches Problem in der Mietwohnung hat, ruft die Hausverwaltung an. Dass die Menschen, die dann tätig werden, zur Immobilienwirtschaft zählen, liegt auf der Hand. Doch in der Branche arbeiten auch Fachleute aus unzähligen weiteren Bereichen, die im Alltag der Bevölkerung nicht immer sichtbar sind. Seien es Immobilienfinanzierer, Beschäftigte in den Bauämtern oder Energieeffizienzexperten: Sie alle machen Breite und Vielfalt der deutschen Immobilienlandschaft aus. 

    

Herausforderungen für die Immobilienwirtschaft: Digitaler Wandel und Fachkräftemangel

Über 3,3 Millionen sozialversicherungspflichtige Beschäftigte zählte die Immobilienwirtschaft im Jahr 2020 – allein zwischen 2015 und 2019 hat sie rund 300.000 neue Stellen geschaffen. Dabei ändern sich mit dem digitalen Wandel zunehmend die Anforderungen an die Berufe: „Wo vielleicht eine rein manuell auszuführende Tätigkeit verschwindet, entsteht auf der anderen Seite ein Bedarf an Fachkräften mit digitalem Verständnis“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Schäfers, Vorsitzender des ZIA Ausschusses Human Resources. Vor allem Angestellte mit IT-Kenntnissen sind immer stärker gefragt – sei es für die Programmierung von intelligenten Zählern, die den Energieverbrauch eines Gebäudes an eine App kommunizieren, oder für die Implementierung von 3D-Raumbesichtigungen. 

Insbesondere weil immer mehr neuer Wohnraum gebraucht und auch immer mehr energetisch saniert wird, gehen die Experten des ZIA davon aus, dass die Zahl der Arbeitsplätze in der Branche trotz dieser Umwälzungen tendenziell weiter steigen wird.

Doch beim Besetzen der Stellen macht der Fachkräftemangel den Personalverantwortlichen in der Immobilienwirtschaft zunehmend das Leben schwer – sowohl bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen als auch bei der Rekrutierung von erfahrenen Spezialisten, welche die Branche meist sogar grenzübergreifend sucht.

Im Wettbewerb um die besten Köpfe haben die Personaler deshalb in den vergangenen Jahren ihre Strategie anpassen müssen: Zu den klassischen analogen Ausschreibungen ist die Talentsuche über digitale Kanäle wie soziale Medien und Job-Plattformen gekommen. Firmen posten dort nicht nur Stellenausschreibungen; sie selbst oder externe Headhunter schreiben potenziell passende Kandidaten auch direkt an.

   

Perspektiven für Bewerber: Gute Bezahlung, tolerantes Miteinander

Wer sich für eine Karriere im Immobiliensektor entscheidet, kann nicht nur auf einen krisensicheren Job zählen, sondern auch auf einen gut bezahlten. In der Einstiegskategorie „Fachkräfte“ des Grundstücks- und Wohnungswesens verdienten Beschäftigte im Jahr 2019 durchschnittlich 3.075 Euro brutto im Monat, in der mittleren Kategorie „Spezialist“ waren es monatlich 3.950 Euro brutto. Die erfahrensten Mitarbeiter bringen es im Grundstücks- und Wohnungswesen auf durchschnittlich rund 5.700 Euro Bruttogehalt – das wird nur im „Verarbeitenden Gewerbe“ noch übertroffen, alle anderen Sektoren liegen darunter. 

Die Immobilienwirtschaft weiß jedoch: Um neue Kräfte zu gewinnen, reichen stabile wirtschaftliche Perspektiven allein nicht aus. Bewerber legen immer mehr Wert darauf, dass ihr Arbeitgeber modern ist und auch einen gesellschaftlichen Beitrag leistet. Die Branche versucht deshalb zu zeigen, dass sie auch jenseits ihrer primären Aufgabe, den Gebäudesektor zu erhalten und weiterzuentwickeln, Verantwortung übernimmt: Der ZIA als Branchenverband ist beispielsweise der „Charta der Vielfalt“, einer Initiative unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel, beigetreten und hat zudem einen eigenen Diversity-Kodex erarbeitet, um das Bewusstsein junger Menschen für die gelebte Diversität in der Branche zu stärken.

   

ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e.V.