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Ein Rat als Problemlöser und Antreiber im Wohnungsmarkt

Fehlende Wohnungen in Ballungszentren, die Jahrhundert-Aufgabe energetische Sanierung, neue Mobilitätskonzepte und die Revitalisierung der Innenstädte: Die deutschen Städte stehen vor gewaltigen Herausforderungen. Wie gut wäre es, wenn es ein Gremium gäbe, das Bürgermeister, Landräte und Vertreter der Immobilienwirtschaft an einen Tisch holt, damit alle gemeinsam anpacken? Die Runde gibt es bereits: den ZIA-Kommunalrat.

   

Das haben sich alle anders gewünscht: 2020 ist die Zahl der Baugenehmigungen nicht etwa nach oben geklettert wie eine fleißig wachsende Hochhaus-Baustelle – nein, sie stagnierte. Was die Laien verwundert, ist für Immobilien-Profis seit Jahren ein Stein des Anstoßes. 

Um schneller neue Wohnungen zu bauen aber auch die Infrastruktur fit für die Zukunft zu machen, hat der ZIA im Sommer 2018 einen wichtigen Schritt getan und seinen Kommunalrat gegründet. Zweimal im Jahr kommt der Kommunalrat zusammen – mit 21 Vertreterinnen und Vertreter aller relevanten Akteure, welche die Herausforderungen der Stadt- und Regionalentwicklung angehen. Auf der Agenda: Mehr Neubauten, besseres Miteinander von Wirtschaft und Verwaltung, eine Reform des Baurechts und längerfristige Einsparungen dank energetisch sanierter Bestände. Am Tisch sitzen dafür: Oberbürgermeister, Landräte, Bundespolitiker und Vertreter der Bauwirtschaft. Sie alle eint das Ziel, eine bezahlbare und moderne Stadtentwicklung auf den Weg zu bringen. 

Es ist eines der wenigen Gremien, das den direkten Dialog zwischen allen Beteiligten ermöglicht. Kommunen treffen auf Investoren, Landräte ergänzen die Perspektive der Klein- und Mittelstädte, Bauprojektentwickler können offen Probleme benennen und Wünsche äußern. Nur so kann das Vorhaben „Mehr bezahlbarer Wohnraum“ wachsen und gedeihen. Angenehmer Nebeneffekt: Es wächst auch das gemeinsame Verständnis für die Argumente und Perspektive der anderen, wie Dr. Eva Lohse, Vorsitzende des ZIA-Kommunalrats und Oberbürgermeisterin der Stadt Ludwigshafen a.D. erläutert. „Immobilienwirtschaft und Kommunalpolitik können die Herausforderungen nur gemeinsam meistern“, bringt sie es auf den Punkt.

Für ZIA-Präsident Andreas Mattner ist der Kommunalrat der noch „fehlende Lückenschluss“ auf kommunaler Ebene. „In Brüssel wird für Europa entschieden, in Berlin für Deutschland debattiert, aber in der Kommune dann letztlich gebaut. Wir müssen vieles auch vor Ort lösen“. Ob städtebauliche Verträge, Klimaschutz im Quartier, Bürgerbeteiligung bei Neubauvorhaben, Planungs- und Baubeschleunigungsgesetz oder das Gebäudeenergiegesetz: Der Kommunalrat ist Austausch- und Lösungsplattform.

Nicht nur kritische Argumente werden in der Runde ausgetauscht, auch so manches Positiv-Beispiel aus anderen Kommunen stößt auf großes Interesse und findet bundesweit sogar Nachahmer. Der Kommunalrat will auf diese Weise seinen Beitrag für gleichwertige Lebensverhältnisse in Deutschland leisten. Prosperität (Wohlstand) statt Disparität (Ungleichheit) lautet das Motto. Warum sollte Münster nicht von Düsseldorf lernen oder umgekehrt? Was kann sich eine westdeutsche Kommune, die unter Bevölkerungsschwund leidet, von einem ostdeutschen Positivbeispiel abschauen? 

All dies kommt in den Gremiensitzungen zur Sprache. So standen auf der Tagesordnung der vergangenen Sitzungen große Zukunftsthemen wie die moderne Mobilität, serielles und modulares Bauen und jüngst die Innenstadtentwicklung. 

Natürlich ist man nicht immer einer Meinung, aber Hauptsache, man bleibt im Dialog! Markus Lewe, Oberbürgermeister von Münster, fasst es so zusammen: „Die Geschichte zeigt: Immer dann, wenn Investoren mit der Politik vor Ort gut zusammengearbeitet haben, sind letztlich auch gute Lösungen entstanden“.

    

ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e.V.