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So wird Klimaschutz finanzierbar für alle

Foto: Copyright Deutsche Wohnen / Fotograf: Georgios Anastasiades

   

Um Deutschlands Gebäudesektor klimaneutral zu machen, müssen Millionen Wohnungen energetisch ertüchtigt werden. Das wird allerdings teuer. Die Deutsche Wohnen hat ein Konzept dafür erarbeitet, wie sich die Sanierungskosten fair und sozialverträglich auf alle Beteiligten verteilen lassen. 

   

Dreifach verglaste Fenster, isolierte Gebäudehülle oder eine effiziente neue Heizung: Wer in einer Mietwohnung lebt, die noch nicht klimaschutztechnisch aufgerüstet ist, für den verheißt eine energetische Sanierung mehr Wohnkomfort, weniger Energieverbrauch und damit niedrigere Nebenkosten. 

Dennoch scheitern viele Sanierungsvorhaben in der Praxis an der mangelnden Akzeptanz der Bewohner. Denn bei aller Freude über die vielen Vorteile einer sanierten Wohnung: Viele Mieter treibt die Sorge um, dass sie sich ihre Wohnung nach dem Umbau nicht mehr leisten können. Schließlich dürfen Vermieter einen –wenn auch kleinen – Teil ihrer Kosten auf die Miete umlegen. Auf der anderen Seite sind auch Vermieter in der Zwickmühle. Für sie sind energetische Sanierungen selbst mit dieser Modernisierungsumlage häufig kaum wirtschaftlich darstellbar. Denn die energetischen Anforderungen und damit auch die Investitionskosten sind sehr hoch. 

Die Folge: Klimaschutz und Wohnkosten stehen scheinbar im Widerspruch zueinander – und die Sanierungswelle, die Deutschland dringend braucht, um den Gebäudesektor klimaneutral zu machen, kommt nicht richtig in Schwung. Jährlich wird rund ein Prozent des Gebäudebestandes energetisch saniert, die Rate müsste mindestens doppelt so hoch sein, um die Klimaziele bis 2050 zu erreichen.

Die Immobilienwirtschaft weiß um diese Herausforderung. „Klimaschutzmaßnahmen und Wohnkosten dürfen nicht gegeneinander ausgespielt, sondern müssen sozialverträglich gestaltet werden“, fordert Michael Zahn, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Wohnen. Das Immobilienunternehmen beschränkt sich jedoch nicht auf einen Appell – sondern hat ein ganzheitliches Anreiz- und Finanzierungskonzept entwickelt, wie das konkret funktionieren kann. 

   

Faire Lösung für das „Wohnkosten-Klimaschutz-Dilemma“ 

Dazu muss man wissen, dass der Staat seit Anfang 2021 zusätzliche Erlöse aus der neuen CO₂-Bepreisung des Wärmemarktes erzielt: Unternehmen, die Heiz- und Kraftstoffe wie Heizöl, Flüssiggas, Erdgas, Kohle, Benzin oder Diesel auf den Markt bringen, müssen im Gegenzug für die dadurch verursachten CO₂-Emissionen sogenannte Verschmutzungsrechte kaufen. Die Einnahmen fließen in den Energie- und Klimafond (EKF) – einen staatlichen Geldtopf, aus dem wiederum Klimaschutzmaßnahmen finanziert werden.

Die Deutsche Wohnen schlägt vor, dass diese zusätzlichen Erlöse in den Gebäudesektor zurückfließen und hier die Mieter entlasten. Die Idee: Der EKF übernimmt im ersten Jahr nach der energetischen Sanierung einer Immobilie die vollen acht Prozent der sogenannten Modernisierungsumlage, die ansonsten der Mieter tragen müsste. Im Laufe der darauffolgenden 14 Jahre schmilzt die Förderung linear auf null ab – dafür beteiligt sich der Mieter Jahr für Jahr ein Stück mehr an den Klimakosten.

Das heißt: Der Mieter würde ab dem ersten Tag in seiner sanierten Wohnung Energiekosten sparen und moderner, komfortabler wohnen, würde aber nur langsam an den Investitionskosten für den Klimaschutz beteiligt werden. Je nach Wohnungsgröße, Energiestandard und -verbrauch kann die Bruttowarmmiete durch die eingesparten Energiekosten nach Sanierung unter dem Strich sogar deutlich sinken. 

  

Rund 4 Milliarden Euro jährliche Entlastungen für die Mieter 

Die Deutsche Wohnen hat diesen Vorschlag auf Herz und Nieren prüfen lassen. Das Unternehmen ist überzeugt, dass er die Akzeptanz von Sanierungen deutlich erhöhen und die Modernisierungswelle auslösen würde, die so dringend gebraucht wird. Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) entlastet das Konzept die Mieter bis 2050 um rund 123 Milliarden Euro, das sind rund vier Milliarden Euro jährlich. Wichtig: Individuelle Härtefälle würden weiterhin berücksichtigt. Selbstnutzer von Immobilien würden eine analoge Förderung erhalten. 

Die CO₂-Emissionen im Gebäudesektor würden den IW-Berechnungen zufolge von aktuell 121 Millionen Tonnen auf 74 Millionen Tonnen im Jahr 2030 und 33 Millionen 2050 sinken. Im gleichen Zeitraum könnten rund 179 Milliarden Euro (rund sechs Milliarden Euro jährlich) an Umweltkosten vermieden werden. 

Eine Win-Win-Situation für Mieter, Vermieter, Staat – und fürs Klima.

    

Deutsche Wohnen SE